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Coaching Power

Krisen als Chance sehen?

„Krisen sind Chancen!“ Das habe ich so oft gehört. Stecke ich nun in einer solchen Krise, kann ich mit dieser Aussage überhaupt nichts anfangen? Ich fühle mich dann nur noch schlechter. Denn wenn ich in der Krise stecke, sehe ich in diesem Moment keine Chance in der Krise.

Es gibt natürlich Menschen die Krisen und Probleme lieben. Die erst so richtig in Fahrt geraten, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Andere wiederum sehen Krisen als Bedrohung und sehen nur einen riesen Berg vor sich. Doch eines muss uns bewusst sein. Wir können Krisen von aussen meist nicht beeinflussen. Doch wir besitzen die Wahlfreiheit, wie wir darauf reagieren.

Die Angst als Puffer

Krisen können Angst auslösen. Diese Angst lähmt mich und ich sehe nur den Berg der Krise vor mir. Die Kreativität für eine Lösung wird dadurch eingeschränkt oder im schlimmsten Fall sogar blockiert. Doch die Angst ist meist nur der Puffer für einen angeschlagenen Selbstwert. Bevor ich nun die Angst reduzieren kann, gilt es den Selbstwert zu steigern.

SELBSTBILD + MUT = BEWEGUNGSGESETZ

In den ersten 6 bis 7 Jahren entscheidet sich jeder Mensch wie er sich selbst, die anderen und die Welt sieht. Eric Berne beschreibt es treffend:

„Die Tragödie bzw. die Komödie des menschlichen Lebens besteht darin, dass das Leben bereits von einem Kleinkind im Vorschulalter geplant wird, einem Wesen, das nur eine begrenzte Kenntnis der grossen Welt draussen hat und dessen Herz überwiegend mit Dingen angefüllt ist, die es von seinen Eltern erfahren hat. Dieses Kind kann Fakten nicht von Selbsttäuschungen unterscheiden und sogar die alltäglichsten Ereignisse erscheinen verzerrt.“ (Berne 2004)

Fällt nun mein Selbstbild positiv aus, bin ich mutig genug eine Krise als Chance zu sehen. Ich bin bereit nach einer Lösung zu suchen, welche die Angst reduziert.

Eigene Bewertungen erkennen

In den ersten Kinderschuhen lernen wir in der Herkunftsfamilie wie wir uns selbst, die anderen Menschen sowie die Welt sehen. Kinder beobachten sehr genau wie Eltern, ältere Geschwister, andere Verwandte oder andere Erziehungsberechtigte die Herausforderungen des Lebens angehen. Aus diesen Beobachtungen heraus bewerten sie mit ihrer kreativen Schöpferkraft, wie sie sich selbst sehen.

Ich möchte dies mit einem Beispiel aus meiner Coachingpraxis aufzeigen. Ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann sagt mir, dass wenn sich jemand aufplustert oder selbstsicher auftritt, er sich innerlich zurückzieht. Es stellt sich heraus, dass er sich nicht gut genug fühlt. Er fühlt sich weniger wert als der andere. Schlussendlich geht es noch tiefer und wir kommen an seine unbewusste Bewertung, die sein ganzes Leben bestimmt. Er sagt: „Ich bin der Looser der Familie! Er habe am wenigsten errreicht.“ Durch diesen Glaubenssatz, wie wir das in der Psychologie nennen, hat dies sein ganzes Denken, Fühlen und Handeln bestimmt.

Selbstermutigt Krisen überwinden

„Eigenlob stinkt!“ Dieser Satz ist in vielen Köpfen verankert. Ich bin jedoch der Überzeugung: „Eigenlob stimmt!“ Wenn ich dies schreibe meine ich damit nicht, dass ich mich über andere erhebe. Selbstermutigung geht von der Gleichwertigkeit aus, d.h. ich bin ok du bist auch ok. Denn ich kann andere nicht ermutigen, wenn mein Selbstwert am Boden liegt und ich den anderen Menschen nicht auf Augenhöhe begegnen kann. Mein Ziel ist es dir einige Möglichkeiten vorzustellen, wie du deinen Selbstwert steigern kannst:

Ressourcenlandkarte

Damit mein Selbstwert steigt, ist es wichtig, seine Quellen (Ressourcen) zu erkennen. Wenn mir meine Ressourcen bewusst werden, sehe ich wie wichtig sie für die Gemeinschaft sind, in der ich lebe. Ich zeichnete für mich eine Ressourcenlandkarte. Sie hängt nun in meinem Zimmer und ich schaue sie mir jeden Abend an. Somit werden negative Denkmuster durch Positive ersetzt.

Dieses Bild ist mir eine gute Hilfe alte Denkmuster zu durchbrechen. Wie eine solche Ressourcenlandkarte aussieht, ist sehr individuell und kommt ganz auf die eigene Persönlichkeit an. Es gibt soviele Möglichkeiten wie es Menschen gibt.

Ich zeige dir nun noch einige andere Möglichkeiten auf, die aufzeigen können, wie einzigartig und genial du bist.

Denke gross über dich

Denken Sie gross!

Um ein Grossdenker zu werden, solltest dir darüber im Klaren sein, wer du bist, was du kannst und welchen Wert du für andere Menschen hast.

Die positiven Eigenschaften stehen im Vordergrund auf dem Weg zum Grossdenker. Kreuze diejenigen Eigenschaften an, die auf dich zutreffen und ergänze jene, die nicht aufgeführt sind.

Ermutigende Eigenschaften

Ich bin…

schönhöflichungezwungenspontan
intelligentsachlichherzlichsuchend
vitalfreigleichwertigeinzigartig
etwas besondereslockerermutigendbemühend
gutfröhlichpositivdenkendanregungsbereit
hingabebereitideenreichmutigeffektiv
verantwortungsvollsparsamtreuvorausschauend
wohlwollendbehütendrücksichtsvollhilfsbereit
ausgeglichen ungezwungenspontan
freundlich teamfähigsuchend
geduldigdiplomatischtoleranteinzigartig
fürsorglichgrosszügigausgleichendbemühend
mitfühlendsinnlichein Geniesseranregungsbereit
der ruhende Polliebenswürdigfleissigentscheidungs- freudig
taktvollehrgeizigdynamischleistungsfähig
nachsichtigzuverlässiggenaugründlich
objektiv              unermüdlichruhigenthusiastisch  
Hier können Sie noch eigene Möglichkeiten aufschreiben welche nicht aufgeführt sind.
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Was kann ich? (Meine Stärken)

Jeder hat etwas, das er besonders gut kann. Nur sind sich viele ihrer Stärken nicht bewusst. Hier sind einige Vorschläge zur Selbsteinschätzung. Kreuze deine Stärken an, die auf dich zutreffen und ergänze diese mit Stärken, die nicht aufgeführt sind.

Ich kann gut…

bastelnMenschen einschätzeneine Gruppe überzeugenetwas managen 
kochenleitenKonflikte lösengut singen 
  backen  Führung übernehmen  motivieren  Menschen begeistern 
  Menschen bewirten  Vorbild sein    etwas verkaufen  etwas gründen 
Anweisungen gebenunterrichtenberatenFrieden stiften 
mich sprachlich gut ausdrückenMenschen zusammen bringenmich schriftlich  ausdrückenMenschen etwas beibringen 
  analysieren    lehren  gut organisieren  gut rechnen 
  buchführen  entwickeln  Menschen sammeln  Neue Ideen ausdenken 
etwas einrichtenMenschen stärkengestaltenzeichnen
Vertrauen schenkenden Körper koordinierenGruppen-diskussionen leitenVerantwortung tragen
  einen Sachverhalt kurz und prägnant zusammen-fassen  Kontakte schaffen  harmonisieren  anderen Menschen helfen
mit Pflanzen umgehen  schauspielernGeschichten erzählengut moderieren
  Zeit für mich nehmen  auf andere Menschen eingehen  den Teamgeist
pflegen
  fröhliche Atmosphäre verbreiten
delegierenZeit für andere nehmenleicht zufrieden seingemütliche Umgebung schaffen
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Welchen Wert besitze ich?

Hier geht es darum, zu erkennen, wie mich andere Menschen sehen. Was macht mich besonders? Was macht es aus, damit die Menschen, die mich mögen, mit mir Zeit verbringen?

Suchen Sie sich fünf Personen aus, die Sie gut kennen, die folgende Fragen gerne beantworten.

(Vorname):……………………………………….. ist für mich eine ganz besondere Person, die ich gerne habe und sehr schätze. Ich verbringe so gerne Zeit mit Ihr, weil sie folgende Stärken aufweist:

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Hier geht es darum, zu beschreiben, was die Person, die ich beschreibe, so besonders macht. Welche Themen oder Probleme würdest du mit dieser Person besprechen, für die Sie dieses Arbeitsblatt ausfüllen?

(Vorname):…………………………………. kontaktiere ich, wenn ich über folgende Themen oder Probleme sprechen will:

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Ich bedanke mich recht herzlich für eure ehrlichen und ermutigenden Worte. Aus diesen Gründen verbringe ich so gerne Zeit mit euch.

Was findest du gut an dir

Ich finde gut an mir:
1.
 
2.
 
3.
 
4.
 
5.
 
Ich finde gut an meiner derzeitigen Lebenssituation:
1.
 
2.
 
3.
 
4.
 
5.
 
Ich finde gut an meiner beruflichen Tätigkeit:
1.
 
2.
 
3.
 
4.
 
5.
 
 
 

Formuliere deine Stärken

1. Was sind deine Stärken? Was findest du gut an dir? Was dir aufgefallen? Was kannst du gut? Was sind deine Fähigkeiten? Worin kennst du dich gut aus? Welches sind deine fachlichen Kompetenzen? Was sind deine Hobbies? Was fällt dir in deinem beruflichen Aufgabenbereich leicht und warum?

Jede Nennung wird auf ein Post-it Zettel geschrieben.

2. Welche Menschen sind oder waren für dich bedeutsam?

Welche Kollegen, Lebens- bzw. Ehepartner, Eltern und eigene Kinder, Freunde etc.?

Führe alle Namen auf einer Liste auf.

3. Gedanklich lade diese Personen nacheinander zu einem Tischgespräch ein.

Wenn jetzt … hier mit dir am Tisch sässe, und du ihn fragen würdest: „Was schätzst du an mir?“ Was würde sie/er dann antworten?

Notiere alle Nennungen auf Post-it Zettel und zeichne mit Kürzel für die Person. Alle Personen aus Punkt 2 werden „angefragt“.

4. Jetzt liegt eine Fülle von Zetteln vor dir. „Wie ist das für dich?“

5. Weiterarbeit: Die Zettel werden sortiert und in Kategorien geordnet. Die einzelnen Kategorien werden benannt. Der Schritt vom Wissen um die eigenen Stärken wird gefördert – durch (lautes) Lesen oder auch innere Dialoge. Welche Stärken fallen dir auf?

6. Nutze das Wissen um deine Stärken: Wenn dich eine Aufgabe oder Situation verunsichert, konzentriere dich – statt auf ein (vermeintliches) Unvermögen – auf deine Stärken. Diese werden eine vielleicht schwach ausgeprägte Fähigkeit mit Sicherheit ausgleichen. Vertraue darauf.

Mit Geduld eigene Denkmuster verändern

Was du dreissig, vierzig, fünfzig oder mehr Jahre angewendet hast, kannst du nicht von heute auf Morgen ändern. Es braucht Zeit und vor allem viel Geduld mit sich selbst. Meine Mentorin sagte mir: „Sei ein bisschen lieb zu dir selbst.“ Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, sei nicht wütend auf dich selbst. Auch nicht traurig weil es einmal mehr nicht funktioniert hat.

Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass du dich auf den Weg begibst, Krisen mit deinen genialen Ressourcen zu bewältigen. Gib niemals die Hoffnung auf und bleibe am Ball. Es lohnt sich.

Es grüsst dich ganz herzlich

Dein Bernhard Renner